FINANZIERUNG: Konzerttickets neu denken

Der traditionelle Weg, für ein Konzerterlebnis zu bezahlen, ist vorher Karten dafür zu kaufen. Doch gibt es noch viele andere Möglichkeiten, wie das Publikum eine Aufführung honorieren kann.

Karten können nicht nur für Präsenzveranstaltungen gekauft werden, sondern auch für digitale Konzerte: Auch für Livestreams oder Video-on-demand kann wie beim Online-Shopping bezahlt werden. Hier kann außerdem die Möglichkeit angeboten werden, zusätzlich zum Kartenpreis auch noch einen freien Betrag zu spenden. Diese Kauf- und Spendensysteme sind bei vielen Video-on-demand-Anbietern integriert. Möglich ist auch die Angabe eines Kontos für Spenden, bestenfalls mit einem direkten Link.

Auch für Präsenzveranstaltung können die Karten entweder im Vorverkauf vor Ort oder bei einem digitalen Ticketsystem-Anbieter gekauft werden genauso wie an einer Abendkasse. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile: Vorverkauf vor Ort macht viel Arbeit, ist aber finanziell planbarer, Vorverkauf über Ticket-Systeme ist entlastet und bietet eine Werbeplattform – kostet aber auch einiges. Auch eine Abendkasse inklusive Wechselgeld, Aufbau, Abrechnung und Besetzung mit Personen, die keine Ensemblemitglieder sind, will gut organisiert sein.

Auch eine Spendensammlung ist eine etablierte Möglichkeit. Meist findet sie nach dem Konzert statt und ist meist mindestens so ergiebig wie Tickets. Besonders bei unbekannteren Ensembles kann ein freier Eintritt mit Spendenoption beim Austritt zu mehr Publikum führen. Je nach Stil der Veranstaltung kann auch eine Spendensammlung während der Aufführung stattfinden: Dabei kann nicht nur einfach der bekannte Hut rumgehen, sondern eine zum Konzert passende kreative Aktion damit verbunden werden.

Falls es als angemessen empfunden wird, kann auch eine Spendenmöglichkeit zusätzlich zu einer Konzertkarte bestehen, etwa eine Sammlung in der Pause für die Renovierung der Orgel oder ein Topf neben der Kasse für die Instrumentenleihe für bedürftige Kinder im Nachwuchsensemble. Auch kann hier z.B. eine zweite Konzertkarte angezahlt werden, die eine bedürftige Personen dann unbekannter Weise entgegennehmen kann.

Auch die Beträge der Spenden können variieren: Beim Austritt passt meist ein völlig offener Betrag, der sich von den Personen dann am Konzerterlebnis misst. Spenden beim Eintritt können sich an einem Mindestwert oder einem freien Richtwert orientieren, der jedoch unter- und überschritten werden darf. Hier ist der Hintergedanke, dass alle Personen sich den Eintritt leisten können sollen. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Personen hier großzügig sind.

Auch ein kreativer oder materieller Beitrag des Publikums kann anstelle eines Ticketkaufs treten: Das Mitbringen von bestimmten Gegenständen, Instrumenten, persönlichen Andenken, Materialien oder das Durchführen kreativer Aktionen die im Kontext des Konzertthemas stehen (z.B. das Malen auf eine große Leinwand zur Musik) u.v.m. sind hier denkbar.

Beratung zur speziellen finanziellen Situation in Ihrem Verein und zu Ihren Möglichkeiten bekommen Sie hier.

IMPULSFRAGEN

  • Wie können wir für digitale Konzerte Karten verkaufen und/oder Spenden sammeln?
  • Könnten wir statt Tickets eine Spendensammlung ausprobieren?
  • Welches Spendensystem erscheint uns für unser Stammpublikum am passendsten?
  • Welches Spendensystem könnte das Ausprobieren des Konzerts für neues Publikum erleichtern?
  • Welche Materialien könnten wir im Ensemble brauchen? Welche persönlichen Gegenstände könnten wir im Konzert mit einbeziehen?
  • Mit welcher kreativen Aktion könnten wir das Publikum einbinden?