Grafiken und Videos für Social Media erstellen

Auf Social Media existiert kaum ein Text ohne Begleitung eines visuellen Inhalts. Teilweise ist der Text sogar nur ein Beiwerk, z.B. bei Videos oder Infografiken, die an sich viele Wörter beinhalten. Statistiken bestätigen diesen Trend: Social-Media-Posts mit einem relevanten Bild erhalten 94 % mehr Views als Posts ohne Bilder. Wenn Sie als Ensemble Ihr Publikum auch online erreichen möchten, lesen Sie diesen Artikel. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie haben, um Grafiken und Videos für Social Media zu erstellen, mit welchem Equipment Sie arbeiten und welche Tools Ihnen dabei helfen können.

Bild- und Videobearbeitung: Möglichkeiten für Social Media #

„Mobile first“ – mit diesem Spruch könnte man diesen Abschnitt zusammenfassen. Denn nicht nur bei der Erstellung, sondern auch bei der Bearbeitung aller Bild- und Videodateien für Social Media geht es darum, wie sie auf dem mobilen Endgerät ausgespielt werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass die meisten Menschen soziale Netzwerke in der App-Version auf einem Smartphone nutzen. Der vertikale Bildschirm bestimmt also die richtigen Formate und Größen unserer Mediendateien.

Die meisten Fotos, die Sie im Social Web[1] entdecken, werden in irgendeiner Form bearbeitet, bevor sie gepostet werden. Diese Bearbeitungen müssen nicht unbedingt die Aussage des Bildes verändern oder manipulieren – es geht primär um eine professionelle Darstellung. Das entscheidet häufig über den ersten Eindruck und die positive Wahrnehmung seitens Ihrer Fans.

Wenn Sie ein Foto oder ein Video auf einer der Social-Media-Plattformen posten möchten, haben Sie u.a. diese Möglichkeiten, Ihre Dateien zu bearbeiten:

  • Sie können Farb- und Lichtverhältnisse Ihrer Dateien ändern. (siehe Abbildung 1)
  • Sie schneiden das Bild zu einer bestimmten Größe (Quer-, Hochformat oder Quadrat). (siehe Abbildung 2)
  • Je nach Plattform entscheiden Sie sich für ein konkretes Format bzw. eine Funktion, die über das Ausmaß Ihrer Datei entscheidet (z.B. Veranstaltung, Reel, Story etc.). (siehe Abbildung 2)
  • Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, Ihre Bilder und Videos in eine Grafik Es können auch Texte, Emojis oder andere grafische Elemente ergänzt werden. (siehe Abbildung 3)
  • Bei Videos können Sie auch Übergänge zwischen den einzelnen Aufnahmen oder weitere visuelle Effekte bzw. Filter hinzufügen. (siehe Abbildung 1)
frag-amu_Grafik 1 für Social Media, ©Dominika Rotthaler

Graphik 1: Bild- und Videobearbeitung, ©Dominika Rotthaler

frag-amu_Grafik 2 für Social Media, ©Dominika Rotthaler

Graphik 2: Bild- und Videobearbeitung, ©Dominika Rotthaler

frag-amu_Grafik 3 für Social Media, ©Dominika Rotthaler

Graphik 3: Bild- und Videobearbeitung, ©Dominika Rotthaler

Mit welchem Tool geht es aber am einfachsten und welches Equipment brauchen Sie dazu?

Optimale Ausstattung, um Bilder und Videodateien für Social Media zu bearbeiten #

Ein professioneller Auftritt auf Social Media muss gar nicht teuer sein. Häufig reichen ein gutes Smartphone mit genug Speicherplatz, ein Stativ mit einer Handyhalterung und ein (kabelloses) Mikro. Mit diesem Equipment können Sie beeindruckende Aufnahmen erstellen, die später auch direkt auf dem Smartphone bearbeitet werden können.

Wenn Sie direkt mit Ihrem Smartphone Fotos und Videos aufnehmen möchten, kann man folgende Punkte beachten:

  • empfohlene Auflösung: 1080p HD mit 30fps[2] (Die Einstellungen dafür finden Sie unter Kamera -> Video aufnehmen)
  • Überprüfen, ob genug freier Speicher zur Verfügung steht
  • Akkus und Powerbanks vollständig aufladen
  • die Linse säubern
  • wenn möglich, bei Tageslicht und natürlichem Licht drehen
  • Raster/Gitternetz einstellen (Einstellungen -> Kamera -> Komposition -> Raster)
  • den Hintergrund mit Sorgfalt auswählen

Je nachdem, welche Social-Media-Plattform Sie bespielen, können Sie Ihre Inhalte teilweise direkt in der App-Version der Plattform bearbeiten. Instagram hat sich inzwischen zu einer richtigen Videoschnitt-App entwickelt. Besonders in der Reel-Funktion können Sie kurze Video-Sequenzen nicht nur aufnehmen, sondern auch schneiden, editieren und um weitere Elemente ergänzen. Auch für Bilder gibt es hier Bearbeitungsmöglichkeiten – Sie können z.B. Helligkeit, Kontrast oder Sättigung anpassen.

Für andere Social-Media-Kanäle, die solche Bearbeitungsfunktionen nicht haben, ist es empfehlenswert, Ihre Videos in einer separaten App zu bearbeiten. Anschließend laden Sie einen fertigen Film hoch und posten ihn auf der gewünschten Plattform (mehr dazu im Abschnitt Tools und Apps zur Erstellung von Grafiken und Videos).

Stative erlauben Ihnen zu filmen, ohne dabei zu wackeln. Gerade bei Interviews, Konzert-Aufnahmen oder Statements sind diese unverzichtbar. Ein Stativ soll leicht und tragbar sowie vielseitig sein. Mit einer flexiblen Handyhalterung können Sie Ihre Aufnahmen sowohl im Quer- als auch im Hochformat erstellen.

Bei Interviews oder direkten Ansprachen in die Kamera ist auch die Tonqualität entscheidend. Besorgen Sie daher ein ansteckbares Mikrofon, das sich leicht an Kleidung der sprechenden Person befestigen lässt. Inzwischen gibt es dazu einfache Bluetooth-Systeme, die Ihnen erlauben, kabellos zu arbeiten. Sie funktionieren nach dem Sender-Empfänger-Prinzip und übertragen somit eine richtig gute Tonqualität direkt auf Ihr Smartphone.

frag-amu_Grafik 4 für Social Media, ©Dominika Rotthaler

Graphik 4: Optimale Ausstattung, ©Dominika Rotthaler

 

Tools und Apps zur Erstellung von Grafiken und Videos #

Es gibt ziemlich viele unterschiedliche Tools, die Ihnen helfen, Bilder- und Videos für Social Media zu bearbeiten oder Grafiken zu erstellen.

Das wohl bekannteste Design-Programm für Nicht-Grafiker ist Canva. Die australische Software für die Erstellung von visuellen Inhalten funktioniert nach dem Drag-and-Drop-Prinzip[3]. Mit Hilfe von diversen Vorlagen und Grafikelementen lassen sich hier Bilder und Videos bearbeiten und exportieren. Anschließen können sie über Social-Media-Plattformen veröffentlicht werden.

Für Nonprofits und gemeinnützige Organisationen können alle Premium-Funktionen von Canva Pro kostenlos freigeschaltet werden. Um das Tool kostenfrei nutzen zu können, muss sich eine Organisation online bewerben und ihre Gemeinnützigkeit nachweisen.

Aber auch die unbezahlte Basic-Mitgliedschaft bietet viele gestalterische Möglichkeiten. Das Programm erkennt unterschiedliche Funktionen der Plattformen und stellt passende Vorlagen zur Verfügung. Solche Templates sind bereits in der richtigen Größe und im richtigen Format vorbereitet. Nun können Sie im eigenen Stil verändert und angepasst werden.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten gelten sowohl für Bilder als auch für Videos. Besonders hilfreich sind Animationen, die sich auf unterschiedliche Elemente Ihrer Grafiken implementieren lassen. Damit können Sie z.B. eine Slideshow aus Fotos erstellen und sie als Video (mp4) exportieren – eine gute Möglichkeit als Event-Berichterstattung, auch wenn Sie nur über statische Bilder verfügen.

Wenn Sie noch mehr mit Bewegtbildern arbeiten und diese für die Online-Präsenz Ihres Ensembles nutzen möchten, können Sie z.B. die App InShot herunterladen. Mit Hilfe dieser App importieren Sie, schneiden und fügen verschiedene Aufnahmen und Mediendateien ein. Die Funktion „Leinwand“ erlaubt Ihnen, das Format der Videos zu wählen bzw. an die Größen der verschiedenen Plattformen anzupassen. Zusätzlich können Sie kreative Übergänge oder Effekte zwischen den einzelnen Videoabschnitten hinzufügen, was Ihrem Film einen professionellen Look verleiht. 

Wenn Sie sich für vertikale Short-Video-Formate entscheiden (z.B. Reel bei Facebook und Instagram), können Sie den Videoeditor nutzen, den Sie direkt auf der jeweiligen Plattform finden. Nachdem Sie die Reel-Funktion in Ihrem Profil aufgemacht haben, öffnet sich Ihre Smartphone-Kamera und Sie können hier entweder neue Aufnahmen machen oder auf Ihre Galerie zugreifen und bestehende Aufnahmen hochladen. Anschließen werden Sie bearbeitet: Sie können Filter oder Übergänge hinzufügen sowie Textelemente und Schriften ergänzen. Der Vorteil ist, dass Sie dafür keine extra App benötigen, alles kann innerhalb der Social-Media-Plattform bearbeitet werden.

Medienkompetenzen #

Für die regelmäßige Betreuung Ihrer Social-Media-Profile brauchen Sie nicht nur eine Strategie, sondern auch grundlegende Medienkompetenzen. Sich zwischen den verschiedenen Tools bewusst zu bewegen, Formate flexibel anzupassen, Geschichten in Bildern zu erzählen – all das gehört zu der modernen Online-Kommunikation. Und JA, Sie können all das lernen! Solche Tools oder einzelne Social-Media-Plattformen können Sie mit dem Kennenlernen eines Instruments vergleichen. Musiktheorie zu lernen, gibt Ihnen eine gute Grundlage und erweitert Ihren Interpretationshorizont. Aber richtig spielen lernen Sie nur, wenn Sie üben.

Dominika Rotthaler
Social Media – Strategie, Workshops & Seminare, dominikarotthaler.com
16.01.2023

Weitere Links

Fotos und Videos rechtssicher bei der Öffentlichkeitsarbeit verwenden

Social-Media-Posts: Checkliste fürs optimale Posting

Warum Ensembles Instagram nutzen sollten

Einen eigenen Blog erstellen

Wie lege ich einen E-Mail-Newsletter an?

 

[1] z.B. Facebook, Instagram, Twitter, Youtube, Messenger-Dienste, Tiktok

[2] Die Kurzbezeichnung 1080p steht für die Darstellung von Videos mit 1920 x 1080 Bildpunkten im Vollbildverfahren.
fps = frames per second, Bilder pro Sekunde. Es handelt sich um die Auflösung des Videos.

[3] „Drag-and-Drop“ kommt aus dem Englischen und bedeutet “Ziehen und Fallenlassen”. Das heißt, Sie können unterschiedliche Elemente einfach auf dem Bildschirm bewegen, sie verschieben und an einer bestimmten Stelle einfügen.

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert