Wie muss ein Hygienekonzept aussehen und wer ist verantwortlich?

Während der Corona-Pandemie können Zusammenkünfte zu bestimmten Anlässen wie Unterricht, Proben und Konzerte nur mit einem entsprechenden Hygienekonzept durchgeführt werden. Mit der konsequenten Einhaltung wird eine Minimierung des Ansteckungsrisikos erreicht und durch richtiges Verhalten die Sicherheit (auch mental) erhöht. Die unterschiedlichen anlassbezogenen Möglichkeiten und die Verantwortlichkeiten werden hierbei näher betrachtet.

Welche unterschiedlichen Hygienekonzepte gibt es? #

Die Hygienekonzepte sind sowohl auf den Anlass, als auch auf die Örtlichkeit des Anlasses ausgerichtet. Beim Unterricht ist meist eine Zweiersituation mit Lehrer*in und Schüler*in gegeben. Hier besteht aber in der Regel ein mehrfacher Wechsel der Schüler*innen, der berücksichtigt werden muss. Bei den Proben ist der zentrale Faktor die Örtlichkeit und bei den Konzerten die Erfassung und Berücksichtigung des Publikums sowie die Zuweisung der Sitzplätze. Weiterhin gibt es auch zusätzliche Hygieneregeln bei der Ausgabe von Speisen und Getränken zu beachten.

Welche allgemein gültigen Regeln sind im Hygienekonzept festzuhalten? #

  • – Geltende Verordnungen des Bundeslandes/Kreises/Bistum/Landeskirche/Gemeinde müssen berücksichtigt und eingehalten werden (siehe: Wo finde ich aktuelle Regelungen der Bundesländer in Bezug auf Corona? und Wo finde ich aktuelle Regelungen von (Erz-)Diözesen/Bistümern und Landeskirchen in Bezug auf Corona?)
  • – Der/Die Rechtsträger*in bei Proben bzw. der/die Anbieter*in/Veranstalter*in bei Veranstaltungen trägt die Verantwortung für die Erstellung und Einhaltung des Hygienekonzeptes sowie die Einweisung in das Hygienekonzept. Dieser muss darin genannt werden.
  • – Es ist mindestens ein*e Hygieneverantwortliche*r pro Ensemble zu bestimmen, zu schulen und im Hygienekonzept zu benennen. Diese*r achtet auf die korrekte Durchführung vor, während und nach dem Unterricht, der Probe oder der Veranstaltung (siehe: Praktischer Leitfaden für Hygienebeauftragte).
  • – Alle Beteiligten sind möglichst im Vorfeld des Anlasses ausführlich über die Hygieneregeln zu informieren und ihre Anwesenheit ist schriftlich zu erfassen. In dieser Anwesenheitsliste müssen Vor- und Zunamen, Telefon oder Mail-Adresse und die Sitzposition festgehalten werden, um ggf. spätere Infektionsketten nachzuverfolgen.
  • – An den Eingängen und in den sanitären Anlagen sind Hinweisschilder zu den Hygienestandards (z.B. die Vorlagen von Avery-Zweckform) anzubringen.
  • – Personen, die Symptome einer Atemwegserkrankung (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen, Hals- oder Gliederschmerzen, Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns) haben, positiv getestet, in Quarantäne sein müssten oder anderweitig erkrankt sind, dürfen nicht teilnehmen.
  • – Die Allgemeinen Hygieneregeln wie Handhygiene, Hustenetikette, Abstand halten und Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung (FFP2-Masken) sind einzuhalten.
  • – Proben und Veranstaltungen im Außenbereich sind immer gegenüber dem Innenbereich zu bevorzugen. Hohe und große Räume (z.B. Kirchen, Aulen, Hallen) sind prinzipiell kleineren Übe-/Proben-/ oder Konzerträumlichkeiten vorzuziehen (siehe: Was gilt es in Bezug auf Probenräume zu beachten?, Wie finde ich einen Probenraum?)
  • – Bei Blasinstrumenten muss zusätzlich das Speichelablassen an den Instrumenten geregelt werden, da das Kondenswasser potenziell infektiös sein kann. Dies sollte nach Möglichkeit in einem vom Musizierenden mitgebrachten und verschließbares Gefäß erfolgen.
  • – Die Gesamtprobendauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden und kann über Berechnungsprogramme genauer ermittelt werden.
  • – Alle Gegenstände (z.B. Noten, Notenmappen, Stifte, Trinkflaschen) sind von den Teilnehmenden selbst mitzubringen und ausschließlich personenbezogen zu verwenden. Wenn dies nicht möglich ist, muss eine gründliche Reinigung und Desinfektion nach der Nutzung erfolgen.

Was muss beim Hygienekonzept für Unterricht beachtet werden? #

Beim praktischen Unterricht sollen Schüler*innen und Lehrer*innen nicht im direkten Luftstrom einer anderen Person stehen. Empfohlen wird eine durchsichtige Schutzwand zwischen den Beteiligten. Ein Mindestabstand von 2 m muss eingehalten werden.  Die Lehrer*innen müssen in das Hygienekonzept eingewiesen und als Hygieneverantwortliche*r für den Unterricht verpflichtet werden.

Gemeinsam genutzte Flächen (z.B. Türklinken) sind vor dem Wechsel der Schüler*innen zu desinfizieren und der Raum ist zwischen unterschiedlichen Schüler*innen ausreichend zu lüften.

Masken sind mindestens bis zum Erreichen des Unterrichtsplatzes zu tragen.

Was ist bei den Proben zu berücksichtigen? #

Es ist nötig, beim Wiedereinstieg in den Probenbeginn von allen Beteiligten eine Bestätigung über die Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen einzufordern. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Einwilligung der Erziehungsberechtigten zur Teilnahme erforderlich.

Der Proberaum sollte eine Mindesthöhe von 3,5 m haben und muss einen Mindestabstand von 2 m zu allen Personen und in allen Richtungen ermöglichen. Die Aufstellung der Stühle muss entsprechend im Vorfeld erfolgen. Es empfiehlt sich eine versetzte Sitz- bzw. Stehordnung in „Schachbrett-Aufstellung”.

Lüftungsintervalle müssen eingeplant und eingehalten werden. Zur besseren Einschätzung wann gelüftet werden muss, können CO2-Messgeräte eingesetzt werden.

Masken sind mindestens bis zum Erreichen des Sitzplatzes zu tragen.

Einbahnwege sind zu kennzeichnen.

Wie kann das Hygienekonzept für Veranstaltungen angepasst werden? #

Bei Konzerten und anderen Veranstaltungen ist der Eintrittskartenverkauf, die Erfassung der Personendaten und die Sitzplatzzuweisung besonders zu betrachten. Hierzu werden angepasst an die Veranstaltungsgröße mehr Hygienehelfer*innen benötigt.

Eine Bewirtung mit Speisen und Getränken sollte gut überlegt und vorbereitet werden. Getränke in Flaschen (ohne Trinkglas) und abgepackte Speisen sind zu bevorzugen.

Einbahnwege sind zu kennzeichnen.

Garderobe sollte nach Möglichkeit an den Platz mitgenommen werden.

Wer ist für das Hygienekonzept verantwortlich? #

Für das Hygienekonzept ist der Rechtsträger*in bzw. Veranstalter*in verantwortlich. Er muss es nach den örtlich geltenden Vorschriften erstellen. Hierbei sind je nach Verantwortlichem/Eigentümer der Örtlichkeit deren Hygienevorschriften noch zu berücksichtigen.

Wer genehmigt das Hygienekonzept? #

Die Genehmigung erfolgt in der Regel vom örtlichen Ordnungsamt. Es kann jedoch auch sein, dass das Hygienekonzept nicht vorab genehmigt, sondern bei einer Kontrolle nur vorgelegt werden muss. Aus diesem Grund ist zu empfehlen, dies vorab in der Gemeinde zu klären.

Quellen:

https://www.s-chorverband.de/2020/05/mustervorlage-hygienekonzept-fuer-choere/

https://www.acv-deutschland.de/media/pdf/46/02/fd/Hygienekonzept-20-05-2021.pdf

https://sites.google.com/view/notruf-verein-de/corona-krise

Michael Weber
Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V.
18.02.2021

Weitere Links:

Grundlagen für das Musizieren unter Pandemiebedingungen

Modulares Schutzkonzept für Proben und Konzerte

Corona-Regelungen

2 Kommentare
  1. Susanne Mette
    Susanne Mette sagte:

    Fage zu den Quellen der Musterhygienekonzepte:
    Diese datieren meistens aus dem Sommer 2020… wie ist der aktuelle stand? Ebenso?
    Vielen Dank für eine kurzfristige Antwort!
    Herzliche Grüße aus dem Oderbruch!

    Antworten
    • Diana Tobias
      Diana Tobias sagte:

      Sehr geehrte Frau Mette,
      an dem Stand hat sich seit Sommer 2020 bisher nichts geändert. Sobald sich etwas ändert, wird es hier nachgetragen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Diana Tobias

      Antworten

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