Betreutes Musizieren im BBO – Supervised Music Making

Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 setzte sich das Burgsteinfurter Blasorchester das Ziel, auch Musiker*innen – darunter einige Gründungsmitglieder – mit beginnenden kognitiven Einschränkungen oder demenziellen Veränderungen aktiv in die musikalischen Veranstaltungen einzubeziehen.

  • Anbieter Burgsteinfurter Blasorchester e. V.
  • Kurzbeschreibung Vielschichtiges Unterstützungsprogramm für ehemalige und aktive Orchestermusiker*innen, um am Jubiläumsjahr teilzuhaben
  • Zielgruppe Senior*innen, Menschen mit Demenz
  • Ensemble Instrumental
  • Förderprogramm Länger fit durch Musik
  • Ort Steinfurt, Nordrhein-Westfalen

Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 setzte sich das Burgsteinfurter Blasorchester das Ziel, auch Musiker*innen – darunter einige Gründungsmitglieder – mit beginnenden kognitiven Einschränkungen oder demenziellen Veränderungen aktiv in die musikalischen Veranstaltungen einzubeziehen. Mit dem Projekt „Betreutes Musizieren im BBO – Supervised Music Making“ wurde ein neues Format geschaffen, das Senior*innen mit Demenz eine sichere und aktive Teilhabe ermöglichte und ehemaligen Mitgliedern einen barrierearmen Rahmen bot, um an ihre frühere Orchesterzeit anzuknüpfen.

Holz- und Blechblasintrumente stehen aufgereiht nebeneinander.

Die Förderung von Teilhabe war ein zentraler Bestandteil des Projekts. Im Mittelpunkt stand die Stärkung der Ensemblekultur durch gegenseitige Wertschätzung, Offenheit und Transparenz. Die Musiker*innen mit Demenz befürchteten, dem musikalischen Programm nicht mehr gewachsen zu sein, in Proben nicht mithalten zu können oder Anweisungen zu langsam umzusetzen. Um ihnen Sicherheit zu geben, wurden ihnen musikalische Fachkräfte zur Seite gestellt, die die Anpassung von Notenmaterial (Tonumfang, Rhythmusvereinfachung, größere Notenschrift), verlässliche persönliche Begleitung in Proben und Konzerten und unterstützende Probenmethodik übernahmen.

Diese Unterstützung ermöglichte den älteren Musiker*innen angstfreies Musizieren. Gleichzeitig profitierte das gesamte Orchester von der inklusiveren, strukturierteren Probenarbeit.

Alle Musiker*innen kamen nach den Proben zu einem „Ehemaligenkonzert“ zusammen, an dem die Musik von früher wieder aktiv (durch Mitspielen oder im Orchester sitzend) oder rezeptiv (zuhören, mitklatschen etc.) erlebt werden konnte. Ein ergänzendes Begleitprogramm – unter anderem mit Fotokollagen – erleichterte das Erinnern an frühere Orchesterzeiten. Gerade diese Erinnerungen stärkten die Teilnahme und damit Teilhabe der älteren Mitglieder und förderten ein intensives Miteinander und Gespräche mit den jüngeren Mitgliedern des Ensembles.