Gemeinsam musizieren – Brücken bauen

Das Projekt „Gemeinsam musizieren – Brücken bauen“ legte seinen Fokus auf den kulturellen Hintergrund der Teilnehmenden, insbesondere auf afghanische Musiktraditionen. Heimatsprachliche Musik verringerte soziale Isolation, bot emotionale Unterstützung und ermöglichte kulturelle Teilhabe – auf diese Weise konnten im übertragenen Sinne „musikalische Brücken“ gebaut werden.

  • Anbieter BIN gGmbH
  • Kurzbeschreibung Interaktive Musiksessions und Konzerte
  • Zielgruppe Senior*innen, Menschen mit Demenz
  • Ensemble Vokal + Instrumental
  • Kooperation Pflegeeinrichtung, Lokale Musiker*innen, Kirchengemeinde
  • Förderprogramm Länger fit durch Musik
  • Ort Hamburg

Das Projekt „Gemeinsam musizieren – Brücken bauen“ legte seinen Fokus auf den kulturellen Hintergrund der Teilnehmenden, insbesondere auf afghanische Musiktraditionen. Heimatsprachliche Musik verringerte soziale Isolation, bot emotionale Unterstützung und ermöglichte kulturelle Teilhabe – auf diese Weise konnten im übertragenen Sinne „musikalische Brücken“ gebaut werden. Das Angebot richtete sich an Menschen mit Demenz und Migrationsbiografie, die an ambulante oder stationäre Pflegedienste angebunden waren und zusätzlich an Angehörige, Ensemblemitglieder und die gesamte afghanisch-migrantische Community.

Nahaunahme einer Person, die die Saiten einer Sitar spielt.

In den Musiksessions kamen klassische afghanische Instrumente wie Rubab, Dambura, Sitar und Tabla zum Einsatz – Instrumente, die tief in der afghanischen Kultur verwurzelt sind und sowohl in der traditionellen Musik als auch in der Popkultur vorkommen. Die ausgewählten Musikstücke wirkten emotional entlastend, reduzierten Stress und Angst und ermöglichten es vielen, Emotionen auszudrücken, die sie verbal nicht kommunizieren konnten. Ergänzend wurden einfache Elemente des Attan, des traditionellen afghanischen Volkstanzes, eingebunden, um durch Bewegung Mobilität, Rhythmusgefühl und kulturelle Identität zu stärken.

Die professionellen Konzerte des Projekts boten eine barrierearme Plattform, um musikalisches Können und kulturelle Vielfalt zu präsentieren, während die interaktiven Musiksessions dazu beitrugen, Einsamkeit vorzubeugen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Die interaktiven Sessions waren darauf ausgelegt, sowohl Entspannung, als auch aktive Teilnahme zu ermöglichen. Teilnehmende konnten zuhören, mitsingen oder selbst musizieren – auch über sprachliche und kognitive Grenzen hinweg. Vertraute Düfte wie Tee und Gebäck sowie eine konstante, verlässliche Struktur schufen eine warme und einladende Atmosphäre.

Die Angehörigen wurden aktiv eingebunden und konnten wertvolle gemeinsame Momente mit ihren Familienmitgliedern erleben. Gleichzeitig ermöglichte das Projekt, das Bewusstsein für Demenz innerhalb der migrantischen Community zu stärken sowie Schamgefühle und Hemmungen abzubauen.

Eine feierliche Abschlussveranstaltung, bei der die Teilnehmenden ihre musikalischen Fortschritte präsentierten, bildete den Höhepunkt des Projekts. Dies gab sowohl der Gruppe, als auch der Öffentlichkeit die Möglichkeit, die positiven Auswirkungen des gemeinsamen Musizierens und Tanzens zu erleben und zu feiern – ein Fest des Austauschs und der Anerkennung.

Stimmen aus dem Projekt

„Es ist sehr wichtig, dass sich jemand für ältere, demente Menschen ohne (große) Lobby einsetzt und ihnen eine schöne Zeit bereitet. Dies gilt auch insbesondere für Senior*innen mit Migrationsbiografie.“

Fakhria Menzel, Projektleitung