Projektidee
Im Projekt „Gesungene Erinnerungen“ sang eine Gruppe von 4–10 Kindern aus dem Kinderchor „Vokalhelden“ regelmäßig gemeinsam mit 10–15 Besucher*innen einer Tagespflege und führte Mobilitäts- und Aktivierungsübungen durch. Dabei wurden Erinnerungen geweckt, und über die Musik entstand ein lebendiger generationenübergreifender Austausch. Klatschen, Tanzen und kleine Bewegungsfolgen förderten Koordination und Konzentration und intensivierten das gemeinsame Erleben.

Durch feste Rituale entwickelte sich bei den Gästen ebenso wie bei den Vokalheld*innen ein Gefühl von Sicherheit: Ein gemeinsames Einsingen und ein Begrüßungslied markierten den klaren Beginn, ein gemeinsames Abschlusslied den runden Ausklang. Zum Abschluss gab es noch die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen noch etwas in Gesprächen zu verweilen.
Die Kinder lernten, Berührungsängste gegenüber ungewohntem Verhalten älterer Menschen abzubauen und erfuhren unmittelbar, wie positiv Singen auf ältere Menschen wirkt. Es wurde viel gelacht, applaudiert und aktiv mitgemacht.
Essentiell war zudem die Einbindung des Pflegepersonals, das die Singnachmittage begleitete und dadurch befähigt wurde, die Lieder und Bewegungen auch außerhalb der Treffen mit den Gästen weiterzuführen.

Um dies zu unterstützen und eine nachhaltige Wirkung zu sichern, entstand ein Liederheft mit allen gesungenen Liedern, Kanons, Bewegungsabläufen und Fotos. Alle Bewohner*innen und alle Vokalheld*innen erhielten zum Abschluss ein eigenes Exemplar. Das erarbeitete Material sowie die gesammelten Erfahrungen sollen künftig weiter genutzt und auch anderen Einrichtungen zugänglich gemacht werden.
Stimmen aus dem Projekt

„Gerade das Wiederhören bekannter Melodien lösen in den Tagesgästen der Einrichtung immer wieder eine Klarheit im Moment aus, die uns als Projektbegleitungen überraschen und bewegen. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Herausforderung mit dem Thema Vereinsamung, ist es umso bedeutsamer das verbindende Element des gemeinsamen Singens und gegenseitigen Zuhörens zu stärken.“
Judith Kamphues, Projekt- und Chorleiterin
„Wir sind sehr angetan von der Fortführung dieses gesellschaftlich wertvollen Projektes.“
„Mein Kind ist noch ganz erfüllt vom heutigen Singen im Johannesstift. Auch den Kontakt zu den Demenzerkrankten fand sie äußerst interessant und erfüllend. Deshalb kann ich den Chor nur ermutigen, solche Aktivitäten häufiger einzubauen!“
Rückmeldungen der Eltern der beteiligten Kinder
„Ich war während des Liedes wieder Kind in meiner Schulkleidung, draußen am Spielen. Ich hab’ mich schon lang nicht mehr so gefühlt!“
Rückmeldungen der Bewohner*innen