Ich und Du an der Zauberharfe

Im Rahmen des Projekts „Ich und Du an der Zauberharfe“ bauten zehn Menschen mit Demenz mit je einem Familienmitglied unter Anleitung einer Instrumentenbauerin Tischharfen. Bei monatlichen Treffen erlernten die Teilnehmenden das Spiel der Tischharfe und musizierten darauf zum Singen bekannter Lieder.

  • Anbieter Musikschule 3klang
  • Kurzbeschreibung Musizieren an Tischharfen
  • Zielgruppe (pflegende) Angehörige, Menschen mit Demenz
  • Ensemble Vokal + Instrumental
  • Kooperation Pflegeeinrichtung, Musikgeragog*in
  • Förderprogramm Länger fit durch Musik
  • Ort Freising, Bayern

Projektidee

Im Rahmen des Projekts „Ich und Du an der Zauberharfe“ bauten zehn Menschen mit Demenz mit je einem Familienmitglied unter Anleitung einer Instrumentenbauerin Tischharfen. Bei monatlichen Treffen erlernten die Teilnehmenden das Spiel der Tischharfe und musizierten darauf zum Singen bekannter Lieder. Die benötigten Unterlegnoten hatte die Lehrkraft entsprechend den Erfordernissen selbst angefertigt (z.B. große Noten, große Abstände, besonders festes Papier).

Jedes Tandem musizierte gemeinsam an der selbst gebauten Tischharfe. Als Abschluss des Projektes kamen alle Bewohner*innen des Pflegeheims und ihre Angehörigen zu einem adventlichen Musikcafé zusammen und musizierten gemeinsam mit einem Tischharfenensemble der Musikschule.

Durch flexibles Eingehen auf die Teilnehmenden und entsprechende Anpassung der Inhalte gelang es den Bewohner*innen und Angehörigen, sich auf eine neue Weise zu begegnen: Sie erlebten miteinander eine Zeit der Freude, Zufriedenheit und Selbstwirksamkeit. So wurden die Tischharfen im Laufe der Zeit immer sparsamer eingesetzt und aus dem Tischharfenensemble entwickelte sich ein Singkreis.

Zur Begleitung dienten Orff-Instrumente, Handglocken und Tischharfen entsprechend den individuellen Fähigkeiten der Teilnehmenden. Dadurch konnten die Teilnehmer*innen Zufriedenheit, Selbstwirksamkeit und Autonomie erfahren.

Die Freude am gemeinsam erzeugten Klang war in den Stunden immer wieder spürbar. Zwei Teilnehmerinnen nahmen die Tischharfen nach den Musikstunden sogar mit in ihr Zimmer und spielten dort allein oder mit ihren Angehörigen.

Stimmen aus dem Projekt

„Die Tochter einer 90-jährigen Teilnehmerin schickte mir ein Video, auf dem ihre Mutter ‚Bruder Jakob‘ auf der Tischharfe spielt, langsam und sehr konzentriert bis zum letzten Ton.

Die ganze Familie habe es kaum glauben können, dass sie dazu in der Lage sei. Auch die Mitarbeiterinnen des Pflegeheims waren sehr berührt von dem Video. Die Mutter sei sonst sehr wechselnd ‚in ihrem Hiersein‘, aber in der Musikstunde immer voll dabei. Die Familie hat ihr zum 90. Geburtstag eine eigene Tischharfe geschenkt.“

Johanna Bollinger, Projektleitung