Das Projekt „IdeenReich“ stellte die Bedeutung von Musik als biografisches Element in den Mittelpunkt. Ziel war es, die positiven Erfahrungen und Gefühle, die mit Musik verbunden sind, gezielt zu nutzen.
Bekannte Liedtexte und Melodien boten den teilnehmenden Menschen mit Demenz aus umliegenden Einrichtungen einen niedrigschwelligen Zugang zur Projektarbeit mit dem Amateurorchester. Neben der biografischen Arbeit wurde bei jedem Treffen aktiv gemeinsam musiziert – etwa mit Tischglocken.
Im Zentrum standen die persönlichen Lieblingslieder der Senior*innen. Diese wurden mithilfe eines Fragebogens zur Musikbiografie ermittelt und anschließend individualisiert. In Folgegesprächen wählten die Teilnehmenden ihr Lieblingslied aus und dichteten es – unterstützt durch Pflegefachpersonal, Angehörige, ehrenamtlich eingebundene Senior*innen und das Orchester – in Reimform um.

Das Reimen bereitete den Senior*innen viel Freude und wurde maßgeblich durch die Begleitung durch Angehörige und Pflegefachkräfte erleichtert und geprägt, da diese für das Wohlbefinden und die Motivation der Senior*innen eine entscheidende Rolle spielten. Die neu entstandenen Texte enthielten persönliche Erinnerungen, Fähigkeiten und Interessen. Alle Neuschöpfungen wurden gemeinsam mit den Originaltexten in Gesangsheften gesammelt. Dazu entstanden mehrstimmige Instrumentalarrangements für das Orchester, die mit den Senior*innen eingeübt wurden.
Um Überforderung zu vermeiden und Motivation zu stärken, passten Ehrenamtliche Inhalt und Tempo flexibel der Tagesform der Teilnehmenden an. Am Ende des kreativen Prozesses wurden die Lieder uraufgeführt – bewusst nicht „für“ die Senior*innen, sondern „mit“ ihnen.
Individuelle Anmoderationen zu jedem Lied sprachen die Senior*innen persönlich an und würdigten ihren Beitrag. Wiederholtes gemeinsames Singen aus den Gesangsheften sowie das Anhören der Konzertaufnahme ließen die positiven Effekte auch nach dem Auftritt weiterwirken.