Im Projekt „Miteinander – Füreinander“ gestaltete eine Gruppe des Kinder- und Jugendchors einmal im Monat musikalisch einen Gottesdienst im Seniorenstift. Die musikalischen Beiträge wurden jeweils passend zum Thema des Gottesdienstes im Kirchenjahr ausgewählt. Teilnehmen konnten alle Bewohner*innen des Seniorenstifts sowie Angehörige und weitere Gäste aus dem Ort und der Umgebung.
Der Fokus der Gottesdienste lag auf der Musik, während vertraute liturgische Elemente wie Einleitung, Lesung und Vaterunser bewusst erhalten blieben, um einen gewohnten Rahmen zu schaffen. Zu Beginn und am Ende erklangen meist Instrumentalstücke oder solistische Beiträge der Kinder und Jugendlichen; während des Gottesdienstes wurde gemeinsam gesungen. In jedem Gottesdienst war zudem mindestens ein Lied vorgesehen, das den Senior*innen gut vertraut war. Die Wertschätzung und Bewunderung durch die Kinder und Jugendlichen wurde von den Senior*innen besonders positiv erlebt.
Zwischen den Generationen entwickelte sich ein bereichernder Austausch: Die Senior*innen freuten sich über die Kinderstimmen und die lebendige Präsenz der Kinder, während diese im Laufe des Projekts zunehmend Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl entwickelten.
Ergänzend zu den monatlichen Gottesdiensten fanden besondere Veranstaltungen wie das Sommersingen statt, bei dem über 200 Menschen aller Altersgruppen gemeinsam sangen und tanzten.
Für Bewohner*innen, die nicht mehr mobil genug waren, um an den Gottesdiensten teilzunehmen, besuchte eine Kleingruppe des Chors die Zimmer und gab dort exklusive Kurzkonzerte – für beide Seiten berührende und emotionale Begegnungen.
In der Weihnachtszeit organisierten einige Jugendliche zudem einen Rollstuhlspaziergang mit den Senior*innen, um gemeinsam das Krippenspiel im Gemeindehaus zu besuchen.
Zu Beginn des Projekts waren sowohl die Kinder, als auch einige Senior*innen von der Gruppengröße überfordert. Daher wurde die Anzahl der Kinder reduziert und besonders positive Interaktionen – etwa das gemeinsame Schwingen von Tüchern – verstärkt. Durch diese sensiblen Anpassungen entwickelte sich das Projekt zu einem von Gemeinschaft, Freude und Musik getragenen Erlebnis.
Auch nach Abschluss des Projekts besuchten die Kinder und Jugendlichen weiterhin regelmäßig die Gottesdienste im Seniorenstift und musizierten dort gemeinsam – und füreinander.
Stimmen aus dem Projekt
„Ein besonderes Erlebnis war auch das ,Lied am Bett‘, als wir mit acht jugendlichen Sänger*innen insgesamt zehn Menschen, die nicht mehr zum Gottesdienst kommen können, an ihren Betten besucht und mit einem Segenslied beschenkt haben. Eine solche Dankbarkeit wurde uns da entgegengebracht, dass viele von uns mit den Tränen kämpften. So etwas hatte bisher keiner von uns erlebt.“
Silvia Elvers, Chorleiterin und Projektleitung