Das Projekt „Saitenspiel für die Seele“ in Einrichtungen in der Vulkaneifel ermöglichte den teilnehmenden Menschen und ihren Bezugspersonen das aktive und regelmäßige Musizieren ohne Vorkenntnisse – niedrigschwellig, einfühlsam und gemeinschaftlich. Die Teilnehmenden wurden direkt über Pflegeeinrichtungen angesprochen und für das Projekt motiviert. Darüber hinaus waren auch alle anderen älteren Menschen aus der Region eingeladen, die Freude am gemeinsamen Musizieren hatten und die Geselligkeit suchten, selbst wenn sie kein Instrument beherrschten.
Über visuelle Spielvorlagen für die Tischharfe und angeleitete Impulse konnten Teilnehmende mit und ohne Demenz unmittelbar selbst musizieren – auch wenn Sprache oder Erinnerungsfähigkeit eingeschränkt waren. Ein Führungsinstrument bot Orientierung, erleichterte es Einstiegshürden zu überwinden und sorgte für ein harmonisches Zusammenspiel der ganzen Gruppe.
Mit einem Gewicht von 1,5-2,0 Kilogramm ist die Tischharfe äußerst mobil und kann an jedem Ort bespielt werden. Dank der Notenschablonen, die zwischen den Saiten und dem Resonanzkörper platziert werden, konnten die Teilnehmenden direkt „vom Blatt“ spielen. Die Einfachheit der Umsetzung macht das Instrument besonders gut geeignet für Senior*innen und Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Beliebt waren klassische Volkslieder und bekannte Melodien wie ‚Alle Vögel sind schon da‘ oder ‚Kein schöner Land‘, da sie vielen Teilnehmenden schon lange vertraut waren. So entstand ein Raum für Begegnung, Teilhabe und Lebensfreude.
Bereits während des Projekts wurden nachhaltige Kooperationsstrukturen aufgebaut, um eine Fortsetzung des Angebots zu sichern und verschiedene weitere Einrichtungen im umliegenden ländlichen Raum bekundeten aufgrund der großen Resonanz ihr Interesse an vergleichbaren Formaten.
Stimmen aus dem Projekt
„Bei einem unserer ersten Einsätze in einer Senioreneinrichtung spielte eine Teilnehmerin einige Töne auf der Veeh-Harfe mit und sagte danach leise: Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht – Musik. Sie lächelte dabei versonnen. Es war berührend zu erleben, wie ein paar Klänge eine Erinnerung wecken und eine innere Tür öffnen können.
Musik kann dort Brücken bauen, wo Sprache nicht mehr ausreicht. Ich erlebe immer wieder, wie Menschen mit Demenz durch Musik aufblühen – für einen Moment ganz präsent sind, sich erinnern, lächeln oder sogar mitsummen. Diese Momente sind kostbar. Mit unserem Projekt möchte ich genau solche Erlebnisse möglich machen – regelmäßig, mit Würde und mit Herz.“
Klaus Behütuns-Steffens, Projektleitung oder Claudia Haas, musikalische Leitung