Sing ein Lied!… ein Mutmachprojekt!

Das Projekt „Sing ein Lied!… ein Mutmachprojekt!“ integrierte erfolgreich Menschen mit seltenen Demenzformen (Jungbetroffene und Menschen mit einer frontotemporalen Demenz) sowie deren Angehörige in einen bestehenden inklusiven Chor. Ziel war es, kulturelle Teilhabe in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen und gemeinsame musikalische Erlebnisse zu schaffen, bei denen persönliche Stärken und Erinnerungen im Mittelpunkt standen.

  • Anbieter Angehörigen- und Demenzberatung e. V.
  • Kurzbeschreibung Integratives Chorprojekt mit Minikonzerten
  • Zielgruppe Jugend, Erwachsene, (pflegende) Angehörige, Menschen mit Demenz
  • Ensemble Vokal
  • Kooperation Pflegeeinrichtung, Kirchengemeinde
  • Förderprogramm Länger fit durch Musik
  • Ort Nürnberg, Bayern

Das Projekt „Sing ein Lied!… ein Mutmachprojekt!“ integrierte erfolgreich Menschen mit seltenen Demenzformen (Jungbetroffene und Menschen mit einer frontotemporalen Demenz) sowie deren Angehörige in einen bestehenden inklusiven Chor. Ziel war es, kulturelle Teilhabe in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen und gemeinsame musikalische Erlebnisse zu schaffen, bei denen persönliche Stärken und Erinnerungen im Mittelpunkt standen. Für diese Zielgruppe gab es bislang nur wenige Angebote, die ihre besonderen Bedürfnisse und ihren biografisch geprägten Musikgeschmack berücksichtigten. Zur Verringerung von Ängsten und Vorbehalten wurde im Vorfeld gezielt über verschiedene Kommunikationswege Kontakt zu Betroffenen und Angehörigen aufgebaut.

Hände von Senoir*innen, die im Kreissitzen und trommeln
Foto: Eva Adorf

Das Projekt umfasste regelmäßige Chorproben, in denen neue Lieder einstudiert wurden und die Teilnehmenden in den Pausen tanzten, um ein Gefühl von Gemeinschaft entstehen zu lassen. Die Gruppe probte bekannte Ohrwürmer, die insbesondere für jüngere Teilnehmende relevant waren – jedoch so ausgewählt, dass sie auch älteren Sänger*innen vertraut waren.

Regelmäßige Proben und Chorauftritte in Senioreneinrichtungen sowie im Rahmen der bayerischen Demenzwoche boten zahlreiche schöne musikalische und gemeinschaftliche Höhepunkte. Zusätzlich musizierte die Gruppe mit Rhythmusinstrumenten und besuchte gemeinsam einen Aktionsparcours mit Erlebnisstationen rund um Sinne und Klänge.

Der Chor hat somit nicht nur eine Plattform für musikalisches Interesse geschaffen und ausgebaut, sondern auch die Gelegenheit gegeben, neue Freundschaften zu schließen und bestehende Kontakte zu pflegen. Durch wiederkehrende Proben und Auftritte entstand bei allen Chormitgliedern – ob neu oder langjährig dabei – ein wachsendes Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft.

Die positive Atmosphäre im Chor stärkte das Selbstwertgefühl der Teilnehmenden nachhaltig und führte zu mehr Lebensfreude – auch über die Proben hinaus. Die Partner*innen und Angehörigen, die im Chor mitsangen, waren entsprechend der Zielgruppe jünger. Für diese Gruppe bot das Projekt eine wertvolle Möglichkeit, an verbindende Erlebnisse wie gemeinsames Singen anzuknüpfen. Das Projekt zeigte, dass die Integration dieser neuen Zielgruppe trotz der bestehenden Herausforderungen erfolgreich gelingen kann. Die Verantwortlichen hoffen, dass diese Erfahrungen andere demenzsensible Chöre ermutigen, ähnliche Wege zu gehen und diese besondere Zielgruppe einbeziehen.

Stimmen aus dem Projekt

Ein besonders bedeutender Aspekt war das Erfolgsgefühl der Angehörigen. Sie hatten die Möglichkeit, ihre Partner beim Singen auf eine ganz neue Weise wahrzunehmen und zu erleben. Dieses Gefühl des ‚Wir‘ war stark spürbar, trotz der Herausforderungen, die die Erkrankung mit sich brachte. Viele Angehörige berichteten von berührenden Momenten, in denen sie erlebten, wie ihre Partner in den gemeinsamen musikalischen Aktivitäten aufblühten.

Eva Adorf, Projektleitung