Wie lassen sich demenzsensible Projekte gestalten?

Sie möchten sich mit Ihrem Chor, Orchester oder Musikverein für Menschen mit Demenz öffnen – doch wie kann das konkret aussehen? Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von kleinen, niedrigschwelligen Impulsen bis hin zu umfangreichen, langfristig angelegten Projekten.

Sie möchten sich mit Ihrem Chor, Orchester oder Musikverein für Menschen mit Demenz öffnen – doch wie kann das konkret aussehen? Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von kleinen, niedrigschwelligen Impulsen bis hin zu umfangreichen, langfristig angelegten Projekten.

Dabei geht es nicht darum, aus jedem Chor oder Orchester ein Demenzensemble zu machen. Schon ein kleines demenzsensibles Konzert, ehrenamtliches Engagement einzelner Ensemblemitglieder in Pflegeeinrichtungen oder auch die Offenheit eines Ensembles, dass pflegende Angehörige eine dementiell veränderte Person mit zur Probe bringen können, setzen wichtige Zeichen. Wichtig ist, ein passendes Format zu finden, das zu den eigenen Ressourcen, Zielen und Rahmenbedingungen passt.

Eine Gruppe Kinder und eine Gruppe Senior*innen stehen sich gegenüber und führen zusammen Tanzbewegungen mit den Händen aus.
Foto: Manuel Heckmann

Mögliche Zugänge und Beispiele

Indirektes Engagement und Sensibilisierung

Rezeptive Formate

  • einzelne demenzsensible Konzerte oder angepasste Auftrittsformate

Welche Konzertformate eignen sich für Menschen mit Demenz?

Demenzsensible Konzertformate reichen vom Zuhören bis zum Mitmachen. Der Beitrag bietet einen Überblick über mögliche Formate und unterstützt mit Beispielen und Leitfragen bei der Planung passender Auftritte.

Frau steht sprechend vor einer Leinwand. Davor liegt unscharf ein Horn.

Wie gelingt eine demenzsensible Moderation im Konzert?

Grundlagen zu Sprache, Haltung und kommunikativer Gestaltung

  • geöffnete Proben oder Generalproben mit niedrigschwelligem Zugang

Aktive Formate

  • Verlagerung von Proben in Einrichtungen und Öffnung für Bewohner*innen
  • projektbezogene Kooperationen mit lokalen Demenznetzwerken oder Einrichtungen, auch als Begegnungsprojekte für verschiedene Zielgruppen (z. B. intergenerationell, interkulturell, mit Menschen mit Behinderungen …)
  • Besuche von Teilensembles in Pflegeeinrichtungen oder bei sozialen Trägern, für kleine Konzerte oder regelmäßige Mitmachangebote, bei denen Zuhören, Mitsingen und Bewegung verbunden werden
  • langfristige, kontinuierliche Ensembleangebote für Menschen mit und ohne Demenz

Zur Orientierung können neben den genannten Anregungen und Projektbeispielen folgende Fragen hilfreich sein:

  • Wen möchten wir mit dem Angebot erreichen (z. B. Menschen mit Demenz, Angehörige, gemischte Gruppen)?
  • Wie umfangreich soll das Projekt sein (einmalig, projektbezogen oder langfristig)?
  • Welche personellen, zeitlichen und räumlichen Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • In welchem Maß sollen Menschen mit Demenz einbezogen werden (zuhörend, mitwirkend, mitgestaltend)?
  • Welcher musikalische Anspruch ist passend (niedrigschwellig, gemischt, konzertant)?
  • Mit wem bietet sich eine Kooperation an (z. B. Einrichtungen, Initiativen, Fachkräfte)?
  • Wo soll das Angebot stattfinden (im Ensemble, an einem neutralen Ort oder bei der Zielgruppe)?

So lässt sich ein eigenes, passendes Profil entwickeln und schrittweise weiter ausbauen.